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Grüne: Meldezettel mit Eingetragener Partnerschaft gefährdet Datenschutz
Nachrichteneingang:     15.01.2010

Quelle:     Grüne Andersrum

Bei einer Pressekonferenz zeigten die Grünen heute die ersten Konsequenzen der Eingetragenen Partnerschaft (EP) als „Rechtsghetto“ für homosexuelle Paare auf. Marco Schreuder, Sprecher der Grünen Andersrum: „Durch den neuen Meldezettel, der im Punkt Personenstand zwischen homo- und heterosexuell unterscheidet, sind Lesben und Schwule – einmal verpartnert – den Rest ihres Lebens geoutet.“ Die ÖVP, insbesondere Innenministerin Fekter, sei sichtlich bemüht gewesen, jede Gleichstellung mit der Ehe zu verhindern.

Angaben über die sexuelle Orientierung sind sensible Daten, wie auch in der Datenschutzrichtlinie der EU erwähnt. Meldezettel müssen in Österreich auch oft im privaten Sektor vorgelegt werden. Nach Ansicht der Grünen verstoße die neue Regelung im Meldewesen gegen das Recht auf Datenschutz und das Recht auf Achtung des Privatlebens, das im Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention gewährt wird.

Schreuder weiter: „Natürlich ist eine Gesellschaft, in der sich jeder und jede outen kann wünschenswert. Allerdings sind wir immer noch mit Diskriminierungen konfrontiert, etwa wenn ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin aufgrund des Meldezettels und der dort ersichtlichen sexuellen Orientierung diskriminiert wird.“ Die Grünen fordern eine Umformulierung des Meldezettels ohne Unterscheidung zwischen homo- und heterosexuell unter dem Punkt Personenstand. „Freilich sei es noch zielführender, keine gesetzlichen Unterschiede mehr zu machen und die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare, sowie die EP für heterosexuelle Paare zu öffnen“, so Schreuder.

„Innenministerin Fekter ist jetzt gefordert. Sie muss gewährleisten, dass Angaben über die sexuelle Orientierung als sensible Daten geschützt sind und am Meldezettel nicht mehr zwischen homo- und heterosexuell unterschieden werden kann.“, so Schreuder, der vorschlägt, etwa ,verheiratet‘ und ,in eingetragener Partnerschaft lebend‘ in eine Auswahlmöglichkeit mit Schrägstrich zusammenzufassen. Er kündigt zudem an: „Unsere JuristInnen prüfen bereits, ob die Meldezettel überhaupt verfassungskonform sind.“

 

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User - Kommentare
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Alien_w17.01.2010 - 21:29
Ich glaube, ich muss hier einmal etwas zu der hitzigen Debatte über "Zwangoutings" und dergleichen loswerden, auch, wenn einige hier das sicher nicht verstehen werden: Meine Frau und ich haben vor 8 Monaten in Berlin geheiratet und leben seither auch hier, da wir uns in einem Land wie Österreich einfach nicht mehr wohlgefühlt haben - auch hier werden gleichgeschlechtliche Ehepaare offiziell als "Lebenspartner/innen", bzw. "verpartnert" bezeichnet, was man natürlich auch angeben muss, wenn man nach seinem Familienstand gefragt wird, so ist das nun mal, das ist bei den Heteros auch nicht anders. Das einzige, was ich daran diskriminierend finde, ist die Bezeichnung selbst (LP statt Ehe), aber doch bitte nicht die Tatsache, dass man sich dadurch "outet" (über diesen Begriff möchte ich mich jetzt nicht weiter äußern, nur soviel, dass auch die Idee, mich zu "outen", indem ich mich normal verhalte, meine Frau als solche vorstelle, etc. ziemlich selbstdiskriminierend ist - niemand spricht bei Heteros von einem "Outing" und wenn dieser Umstand damit argumentiert wird, dass bei dem heterosexistischen Bild, das den meisten Menschen ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung in ihren Köpfen zu spuken scheint, kann ich dazu nur sagen, dass sich die Gesellschaft auf diese Art nicht ändern wird. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns nirgendwo verstellen oder verleugnen - sollte man mit Diskriminierung konfrontiert werden, sollte man sich dagegen wehren, basta! Indem man sich verstellt, demütigt man sich selbst ohne jedes Argument, aber sollte das irgendjemand auf Grund eines verinnerlichten Heterosexismus tun, kann ich dieser Person und das muss ich in aller Deutlichkeit sagen, nur davon abraten zu heiraten, denn ich kann mich nicht zu einem Menschen bekennen, wenn ich in dieser Hinsicht ein Problem mit mir selbst habe. Abgesehen davon gibt es für NIEMANDEN "Geheimehen" - diskriminierend sind andere Punkte in diesem Gesetz. Auch die Tatsache einen "Nachnamen" zu erhalten, ist nicht auf Grund des sogenannten "Outings" diskriminierend, sondern weil einem Begriffe wie "Familie" abgesprochen werden. Ohne hier jemanden beleidigen zu wollen, aber das ist typisch für Österreich: Auf der einen Seite vom Staat (natürlich berechtigt) gleiche Rechte haben zu wollen, sie sich aber auf der anderen Seite selbst abzusprechen. Zusammenfassend würde ich mir von denen, die solche Artikel verfassen, wünschen, dass sie nicht subtil alle gleichgeschlechtlichen Paare in den "Ich will mich nicht outen" - Topf werfen, es ärgert mich massiv, wenn mir auf Grund meiner sexuellen Orientierung dadurch unterstellt wird, dass ich eigentlich lieber mal eine Therapie gegen Selbsthass machen sollte, bevor ich den Bund für's Leben schließe.
PS: In Schweden gelten gleiche Rechte für alle, d.h. Ehe - dennoch gibt man in einem Formular an, mit welchem Geschlecht man verheiratet ist ;) und wenn in Österreich nur für gleiche Rechte gekämpft wird, damit alle für hetero gehalten werden, sollte man sich mal überlegen, welche Rechte das dann wohl sind.


Sternrakete18.01.2010 - 20:00
das hast du wirklich schön zusammengefaßt! da erspar ich mir direkt, mich wiedermal zu dem thema zu äußern ;o)


whatyou6917.01.2010 - 14:01
Na da bin ich ja froh dass wir beschlossen haben noch etwas abzuwarten. Es soll doch bitteschön jedem selbst überlassen sein, sich bei seinem Arbeitgeber zu outen. Ich denke mal am besten ist es im Moment noch zu warten, da anscheinend noch einige Lücken in der Eingetragen Partnerschaft bestehen, die nach und nach zum Vorschein kommen werden. Erst wenn diese "geschlossen" sind, macht es Sinn. Schade eigentlich.







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