News
GO to GAY pageYou are on the LESBIAN page  



Rosalila PantherInnen und Courage Graz zur eingetragenen Partnerschaft
Nachrichteneingang:     17.11.2009

Quelle:     Rosalila PantherInnen

Endlich ein Partnerschaftsgesetz für Lesben und Schwule!

Gesetzlich niedergeschriebene Demütigungen von  gleichgeschlechtlichen Paaren trüben die Freude darüber.

„Schon längst überfällig, trotzdem für österreichische Verhältnisse fast ein Wunder!“ So kommentiert Mag. Kurt Zernig, Vorsitzender der RosaLila PantherInnen, Schwul-Lesbische ARGE Steiermark, die heutige Ministerratsvorlage für die Ein­führung einer eingetragenen Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare. „Darauf haben viele, viele Paare schon seit Jahren, oft sogar Jahrzehnten gewartet!“

Diese eingetragene Partnerschaft sieht rechtlich eine weitgehende Gleichstellung mit der Ehe vor; Adoptionen und künstliche Befruchtung sind ausgeschlossen. Die zuständige Behörde für die eingetragene Partnerschaft soll die Bezirksverwaltungs­behörde sein.

Immerhin sprach Josef Pröll bei der Präsentation seiner Perspektivengruppe im Jahr 2007 noch von einer eingetragenen Partnerschaft am Standesamt. Heute sieht man, dass Prölls Perspektive in der Sakristei von Erzbischof Schönborn endet.

Die letzten zwei Jahre nutzte die ÖVP, um auf symbolischer Ebene noch viele technische Fouls unterzubringen: So braucht laut Gesetz auf das Wohl von Kindern nicht geachtet zu werden, in den Erläuterungen heißt es dann aber, dass im Fall des Falles das Kindeswohl natürlich zu berücksichtigen ist. Eingetragene PartnerInnen verlieren ihren Familiennamen, sie dürfen nur mehr einen Nachnamen führen – dafür werden sogar die Meldezettel und Gästeblätter geändert! „Getrieben von einer geifernden Boshaftigkeit wurde konsequent negiert, was für einen beschränk­ten katholisch-fundamentalistischen Kreis nicht sein darf“, zeigt sich Zernig über eine solche Kleingeisterei fassungslos.

„Mit dem Hintergrund der alltagsgegenwärtigen Diskriminierung und der oftmals dadurch entstehenden Homophobie, welche sich schließlich auch im erhöhten Bedarf an Information, Beratung, Begleitung und Therapie von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen und deren Angehörigen äußert, ist eine absolute Gleich­stellung, selbstverständlich auch vor dem Standesamt, aus sexualpsychologischer Sicht von höchster Bedeutung“, so Jette Musger, Koordinatorin der Courage-Graz.

Die eingetragene Partnerschaft ist ein Schritt in die richtige Richtung, das Ziel einer Gleichberechtigung von gleich­geschlechtlichen Partnerschaften ist damit aber noch nicht erreicht. Die unwürdigen und niederträchtigen Demütigungen von Lesben und Schwulen im Gesetz gehören beseitigt – und insbesondere die Realität von Regen­bogen­familien (gleich­geschlechtliche Paare mit Kindern) endlich anerkannt. Letzteres übrigens im Interesse der Kinder!

R.O Linktipp: www.homo.at
weitere aktuelle News


User - Kommentare
Die Kommentare von UserInnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. R.O behält sich das Recht vor, diffamierende, rassistische, rechtswidrige oder grob unsachliche Kommentare zu löschen.

Um einen Kommentar schreiben zu können,
musst du registriert und angemeldet sein


dorian17.11.2009 - 17:02
Weitgehende Gleichstellung heist, daß verpartnerte Paare z.B. im gesamten Dienstrecht des Bundes (z.B. Pflegeurlaub), in allen Sozialversicherungsrechten (z.B. Hinterbliebenenpension), im Steuerrecht (z.B. Alleinverdienerabsetzbetrag), im Fremdenrecht (binationale Paare!) und in fast 400 weiteren Gesetzen völlig gleichgestellt sind.
Das ist schon mal gut und damit ist Österreich von den Rechtsfolgen in guter Gesellschaft mit jenen Ländern, die bereits ein EP-Gesetz haben.
Was bleibt und wofür wir weiter kämpfen müssen ist generell die grausliche Benachteiligungen von Regenbogenfamilien, weil es nach ÖVP-Definition eben keine Kinder bei gleichgeschlechtlichen Paaren geben darf (dafpür gibt es in dem Gesetz viele Beispiele). Und gegen die Demütigung, dass die PartnerInnenschaft nicht am Standesamt geschlossen werden kann (weil das, so Pröll halt "in der ÖVP nicht mehrheitsfähig ist")
Wir haben in Österreich also noch viel zu tun...


Sternrakete17.11.2009 - 16:18
ich weiß ja nicht, aber die formulierung "weitestgehend mit der ehe gleichgestellt" ist für mich angesichts der ellenlangen liste mit unterschieden und verboten völlig fehl am platze...







Nutzungsbedingungen   Werbung   Mediadaten   Kontakt  Impressum

© 1998 - 2010 rainbow.at Alle Rechte vorbehalten.