GO to GAY pageYou are on the LESBIAN page
News



Brasiliens Fußballkrimi: schwul oder nicht?
Nachrichteneingang:     16.08.2007

In Sao Paulo, Brasilien, findet derzeit ein Kampf um die angebliche Homosexualität eines Fußballspielers statt. Hier treffen Welten aufeinander, wobei beide Seiten wissen, dass sie sich der Realität stellen müssen.

Ein Vereinspräsident hat im Fernsehen einen Spieler einer gegnerischen Mannschaft beschuldigt, schwul zu sein. Der Spieler hat ihn daraufhin auf Verleumdung geklagt und im Fernsehen seine Homosexualität geleugnet. Ein Richter hat sich mit einer Wortmeldung ins Abseits gestellt: "Schwule gehören nicht in den brasilianischen Fußball."

Aber alleine schon die Annahme, dass einer ihrer Götter (des Fußballs) im katholischen Brasilien schwul sein könnte, hat die Nation ihre Luft anhalten lassen. Alles begann damit, als ein Reporter den Präsidenten von Palmeiras, José Cyrillo Junior, fragte, ob es denn stimme, dass ein Spieler seines Teams mit einem TV-Sender in Verhandlungen stehe, um in einem Exclusivinterview seine Homosexualität bekannt zu geben. Cyrillo leugnete, fügte aber hinzu, dass der Spieler Richarlyson (Bild) fast für Palmeiras gespielt hätte. Daraus lasen die meisten Reporter, dass Richarlyson (24, Profi seit 9 Jahren) schwul sei (Er unterschrieb dann bei Sao Paulo). Cyrillo entschuldigte sich, aber der Vater von Richarlyson brachte eine Klage wegen Verleumdung ein. Der Richter Junqueira Filho hat die Klage abgewiesen. Begründung: wenn Richarlyson schwul ist, dann hat er im Fußball nichts verloren, wenn er nicht schwul ist, dann kann er sich ja im Fernsehen selbst verteidigen.

Junqueira Filho setzte noch eines drauf: "Nicht, dass Homosexuelle nicht Fußball spielen könnten, aber dann sollen sie ihr eigenes Team, ihre eigene Meisterschaft gründen. Mit jenen, die gegen sie spielen wollen. Es kann nicht vernünftig sein, Homosexuelle in Brasiliens Fußball zu akzeptieren. Es würde die Einheit gefährden. Fußball ist ein männliches Spiel."

Der Oberste Gerichtshof zeigte sich sehr verwundert und verlangt vom Richter eine Erklärung für seine Entscheidung. Daraufhin verabschiedete sich der Richter auf unbestimmte Zeit in den Urlaub und sein Gericht war auf einmal nicht mehr zuständig.

In Brasilien werden Schwule toleriert, nur im Fußball nicht. LGBT-Gruppen zeigten sich empört und verlangen eine Entschuldigung des Richters. Sie würden sich wünschen, dass die schwulen Profi-Kicker sich endlich outen würden. Doch die Angst vor dem Verlust des Jobs ist größer. Obwohl einige der Spieler (Vampeta, Roger, Rafael Cordova) nackt in Homo-Magazinen posiert haben, hat kein einziger seine Homosexualität eingestanden. Richarlyson Barbosa spielte 2003 bis 2005 bei Red Bull Salzburg.

weitere aktuelle News


User - Kommentare
Die Kommentare von UserInnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. R.O behält sich das Recht vor, diffamierende, rassistische, rechtswidrige oder grob unsachliche Kommentare zu löschen.

Um einen Kommentar schreiben zu können,
musst du registriert und angemeldet sein







Nutzungsbedingungen   Werbung   Mediadaten   Kontakt  Impressum

© 1998 - 2010 rainbow.at Alle Rechte vorbehalten.